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Was wir von Star Trek für unsere Zukunft lernen können…

Was können wir von Star Trek lernen? Wie sieht wohl unsere Zukunft aus? Was steht uns im schlimmsten Fall bevor und welche Rolle spielt dabei KI? Sven Ulbrich, Vorstand der Capsensixx AG, stellt die wichtigen Fragen für unsere Zukunft – in Folge eins an Dr. Hubert Zitt: Dozent, Autor, Elektroingenieur und leidenschaftlicher Star-Trek-Fan. Welche Rolle die Zukunftsvision aus Star Trek für das Finanzwesen spielen kann, hat unsere cxx-Redaktion im Artikel zusammengefasst.

Als Gene Roddenberry in den 1960er Jahren viele Ideen für das Weltraum-Epos Star Trek entwickelte, sah er den technologischen Fortschritt weitgehend positiv. Dinge wie der Touchscreen, sich automatisch öffnende Türen bis hin zu sprechenden Computern – all das dachte sich der Science-Fiction-Autor zu einer Zeit aus, als unsere Eltern und Großeltern noch zu einhundert Prozent analog unterwegs waren. Man könnte glauben, als hätte die Welt von Star Trek gelernt. Doch bringt Technologie heute wirklich nur Gutes? Die Skepsis vieler Menschen wächst: Gegenüber Internetkonzernen, die Daten zur neuen Währung auserkoren haben und auch gegenüber Innovationen wie der Künstlichen Intelligenz (KI). Eine Frage, die deshalb viele umtreibt: Wo soll das alles noch hin führen?

Wohin kann KI uns noch führen?

Für Gene Roddenberry war klar, dass Technologie das Leben einfacher machen sollte. Der Fortschritt sollte allen Lebewesen zu Gute kommen. Anfangs wurde Star Trek wegen seiner Vorstellung von der Zukunft sogar kritisiert: Zu international sei die Reihe, die nicht den damals aktuellen Konflikt von irdischen Nationen thematisierte, sondern bereits viele Schritte weiter war und die gesamte Menschheit ins Zentrum rückte. Das passte nicht in die damalige Vorstellung von rivalisierenden Großmächten. Dr. Hubert Zitt ist Dozent an der Hochschule Kaiserslautern und Star-Trek-Experte. Der studierte Elektrotechniker und Physik-Experte hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Technologie hinter Star Trek zu erklären. Nachdem viele Prophezeiungen von Gene Roddenberry inzwischen Realität geworden sind, könnten sich weitere Technologien so entwickeln, wie in Star Trek dargestellt. Zitt nennt allen voran KI.

Wir erinnern uns. In Star Trek wirkt der Androide Data wie ein Mensch – von der etwas bleichen Haut und der teilweise etwas kühl wirkenden Sprache einmal abgesehen. Langfristig könnte uns auch in der Realität ein Geschöpf wie Data begegnen, die technologische Entwicklung geht zumindest in diese Richtung. Für Experten wie Zitt stellt sich die Frage, wie wir mit Künstlicher Intelligenz umgehen wollen. Vor allem dann, wenn sie beginnt, sich für autonom zu erklären und eigenständige Rechte einfordert.

Im Finanzwesen ist Geld schon lange virtuell

Auch im Bereich des Finanzwesens liefert Star Trek Denkanstöße. Das Weltraum-Epos kommt beispielsweise gänzlich ohne eine Währung aus. Für Zitt wird diese Vorstellung Fiktion bleiben. Der Experten hält zwar für möglich, dass wir künftig auf physisches Geld verzichten, eine Währung dürfte es – in welcher Form auch immer – jedoch auch in der Zukunft geben, so der Wissenschaftler und Trekkie. Die Finanzbranche muss also nicht fürchten, dass sie in Zukunft überflüssig wird.

Allerdings ist auch sie technologischen Veränderungen unterworfen. Wie von Zitt für die reale Welt prophezeit, ist Kapital in den vergangenen dreißig Jahren am Finanzmarkt immer virtueller geworden. Seitdem in den 1980er Jahren Computer eingesetzt wurden, um Käufer und Verkäufer von Aktien oder Anleihen noch effizienter zusammenzubringen, ist diese Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. Anfang der 1990er Jahre startete die Deutsche Terminbörse als erste vollelektronische Computerbörse. Dies war der Startschuss, dass auch Investoren digitaler wurden: Handelssysteme agieren heute weitgehend unabhängig von menschlichen Einflüssen. Ereignisse wie der Flash-Crash vom 6. Mai 2010, als der Dow-Jones-Index in nur acht Minuten um rund 1.000 Punkte fiel, gelten als negative Kehrseite dieser Entwicklung.

An das Gute im Fortschritt glauben

Mit dem Fortschreiten der KI könnten solche negativen Effekte künftig abgemildert werden. Man stelle sich smarte Systeme vor, die statt kurzfristigen Handelsentscheidungen plötzlich kollektiv Weitblick entwickeln, sobald Ungemach für das Finanzsystem droht. Solche Systeme kämen dem Androiden Data aus Star Trek schon sehr nah und könnten die Welt damit nachhaltig verändern. Damit es so kommen kann, sollten Visionäre und Entscheidungsträger von heute auch weiter an das Gute im Fortschritt glauben und daran arbeiten, dass Technologie auch wirklich Gutes bringt – und vielleicht ab und zu eine Folge Star Trek gucken…

Spannende Antworten von Hubert Zitt auch auf die große Frage „Was ist wenn es schief geht mit der KI“ gibt’s im Video!



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