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Warum der 17. Februar für Anleger entscheidend ist…

Handelskrieg China und USA, Nachwehen Brexit, Tempolimit in Deutschland – die Medien sind gerade voll mit diesen Schlagzeilen… Doch was kaum Beachtung findet, ist der drohende Handelskrieg der USA und EU. Warum der 17. Februar entscheidend für Deutschland und insbesondere auch den Finanzmarkt ist, erfahren Sie im Video „DISCOVERED“. Hintergründe gibt’s im Artikel von der Redaktion zusammengefasst…

Seit dem vergangenen Sommer wirkt es so, als sei der Handelsstreit zwischen den USA und der EU beigelegt. Wir erinnern uns: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker traf US-Präsident Donald Trump und initiierte einen Handelsdialog. Seitdem ist das Thema Handelsstreit ein wenig aus dem öffentlichen Fokus gerückt. Doch bis spätestens 17. Februar könnte der Konflikt wieder aufflammen, da bis zu diesem Zeitpunkt das Verfahren über Verfahren möglicher Zollerhöhungen auf Autos und Zulieferteile beim US-Handelsministerium läuft. Nur wenige  Medienberichte, greifen dieses Thema bislang auf. Dabei kann spätestens am 17.02. ein echter Hammer fallen: dann nämlich entscheidet das US-Handelsministerium darüber, ob Importautos die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten gefährden. Nach Ansicht von Beobachtern wäre eine solche Entscheidung Voraussetzung dafür, dass Trump eine neue Runde im Handelsstreit einläutet. Für die Wirtschaft, die sich langsam aber sicher damit abgefunden hat, dass das Wachstum 2019 nur moderate Sprünge machen wird, wäre das ein weiterer Tiefschlag.

Was an den Märkten passieren könnte, sollten Importautos wirklich als Gefahr für die nationale Sicherheit der USA eingestuft werden? Dazu haben wir Matthias Jörss von Landert Family Office im Videobefragt. Und wie stellt sich die EU auf die drohende Eskalation ein? Wegducken? Gegenschlag?

EU ist zur Vergeltung bereit

Während mit dem  17. Februar der letztmögliche Tag der Entscheidung immer näher rückt, verfolgt die EU eine zweigleisige Strategie. Wie im vergangenen Sommer abgesprochen, arbeitet man daran, Handelshemmnisse abzubauen. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström plant, Zölle auf Industriegüter im Handel zwischen der EU und den USA abzuschaffen. Auf Seiten der EU wird aktuell ein Aufschlag von 4,2 Prozent fällig, in den USA sind es 3,1 Prozent. Das klingt zwar nicht nach viel, aber angesichts des umfangreichen Handelsvolumens zwischen den Wirtschaftsräumen wäre eine Abschaffung der Zölle eine Erleichterung auf beiden Seiten. Weiterhin sollen Handelshemmnisse, wie beispielsweise technische Anforderungen, auf den Prüfstand gestellt werden.

Über Auto-Zölle will man bei der EU zum heutigen Zeitpunkt nicht sprechen, betont aber, dass man diese im Rahmen einer umfassenden Lösung zum Abbau von Handelshemmnissen durchaus verhandeln könnte. Obwohl die Signale seitens der EU eher darauf hindeuten, als wolle man den Weg der Entspannung auch weiter beschreiten, betont Malmström ihre Handlungsfähigkeit im Falle einer Eskalation: Man habe bereits einige Vergeltungsmaßnahmen geprüft und vorbereitet, heißt es.

Zwei Szenarien ab Mitte Februar wahrscheinlich

Sollte das US-Handelsministerium Mitte Februar wirklich den Daumen über Importautos senken, könnte die Rhetorik auch seitens der EU wieder schärfer werden. Bislang beschränkt man sich öffentlich darauf, auf die Ergebnisse des Zoll-Gipfels vom vergangenen Sommer zu verweisen und konstruktiv verhandlungsbereit zu sein. Zugleich betont man, sich nicht erpressen lassen zu wollen. Damit erscheinen für die Zeit ab dem 17. Februar zwei Szenarien wahrscheinlich: Entweder die USA und Europa setzen ihren Weg der Verhandlungen und der Annäherung fort oder die Rhetorik wird wieder schärfer. Für die Märkte könnte ein Aufflammen des Konflikts neuen Ungemach bedeuten. Einschätzungen dazu gibt auch Matthias Jörss von Landert Family Office im Video. Klar ist aber: Anleger sind gut beraten, jetzt schon wachsam zu sein.



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