Image

Kryptowährungen: Comeback dank Regulierung?

Sie waren ein Gegenentwurf, vielleicht sogar ein wenig Protest gegen den Finanzmarkt: Kryptowährungen. Unabhängig, dezentral, sicher. Doch die unregulierte, „junge, wilde“ Geldform wurde vom Hype zum Außenseiter: Inzwischen sind viele „Coins“ vom Markt verschwunden und Behörden planen Regulierungen. Warum das eine Chance für ein Krypto-Comeback sein kann, hat die Redaktion zusammengefasst.

2018 war nicht das beste Jahr für Kryptowährungen. Wie eine Erhebung der Blockchain-Analysefirma Immutable Insight für das Wirtschaftsmagazin Capital ergeben hat, haben nur rund300 der insgesamt 2.100 Kryptowährungen das Jahr 2018 überlebt. Nun werden auch noch Regulierungspläne immer lauter: Wie die European Banking Authority (EBA) in ihrem Bericht von Anfang Januar mahnt, könnte es rund um Kryptowährungen zu einer Ausbeutung von Anlegern und Verbrauchern kommen. Als Maßnahmen schlägt die Institution das vor, was eigentlich nicht im Sinne derunabhängigen und dezentralen Währung ist: Regulierungen.

Krypto-Mining als Umwelt-Sünde

Bereits während des Höhenflugs der Kryptowährungen Ende 2017 wurden Rufe nach mehr Regulierung laut. Die exorbitanten Kursgewinne von Bitcoin, Ethereum und Co. lockten auch Betrüger an. Viele neue Digitalwährungen, in der Szene „Coins“ genannt, gingen nur mit einem Ziel an den Markt: Die Initiatoren reich machen. Diese Fehlentwicklung hat sich nun auch zu den Aufsichtsbehörden herumgesprochen. Bis Juni will beispielsweise der internationale Arbeitskreis FATF, also die Financial Action Task Force on Money Laundering, Vorschläge für zusätzliche Regulierungsmaßnahmen machen. Zugleich wurden Nationen dazu aufgerufen, Krypto-Dienste, wie beispielsweise Walletsund Börsen sowie Kapitalmaßnahmen, wie ICOs, stärker in den Fokus ihrer Bemühungen zu nehmen.

Innerhalb der Krypto-Szene stoßen diese geplanten Maßnahmen auf ein geteiltes Echo. Viele Krypto-Aktivisten fürchten die Einmischung der Staaten in Digitalwährungen, deren ureigenes Ansinnen es ist, von Eingriffen durch Staaten oder Notenbanken unabhängig zu sein. Doch ein Teil der Community sieht in den geplanten Maßnahmen auch Chancen. Werden Abzocke und Kriminalität rund um Kryptowährungen eingedämmt, könnte die zweifelsohne attraktive Technologie neue Investorengruppen ansprechen.

In der Vergangenheit wurde im Zusammenhang mit dem Krypto-Mining, also dem rechenintensiven Validieren von Transaktionen innerhalb der Blockchain, immer wieder Kritik laut. Der intensive Handel mit Kryptowährungen würde zu viel Energie kosten und sei deswegen nicht nachhaltig. Die EBA spricht in ihrem Bericht von Januar auch diesen Umstand an und rät zu Regulierungsmaßnahmen. Zugleich betont die Behörde, dass Innovationen rund um Blockchain und Kryptowährungen nicht verhindert werden sollen.

Funktion statt Spekulation

Wohin die Pläne zur Regulierung des Kryptomarktes führen, ist noch völlig offen. Die EBA gibt eine Empfehlung an die Europäische Kommission ab, die ihrerseits handeln kann. Es ist davon auszugehen, dass im weiteren politischen Prozess auch Vertreter der Krypto-Szene und Unternehmen gehört werden und Einschätzungen zu den geplanten Maßnahmen geben können. Wenn die Regulierung von Bitcoin und Co. die Interessen aller beteiligten Parteien berücksichtigt, kriminelle Machenschaften deutlich erschwert und zudem das Krypto-Mining nachhaltig gestaltet, könnte dies der Startschuss für ein Comeback der gesamten Branche sein. Statt wilder Spekulation könnten dann konkrete Mehrwerte der Technologie im Vordergrund stehen. Die Chancen dazu stehen gut: Wie die Experten von Immutable Insight ermittelt haben, stammten 2018 schon 58 Prozent der Transaktionen mit Ethereum aus Smart Contracts. 2017 waren es lediglich 37 Prozent. Smart Contracts sind flexible Vertragswerke, die unabänderlich in einer Blockchain gespeichert sind und ihre Erfüllung selbst überwachen oder sogar bestimmte Aktionen, wie Auszahlungen, selbst auslösen können. Smart Contractswird nachgesagt, klassische Aufgaben von Banken oder Notaren übernehmen zu können. Langfristig kann das Kosten senken und Prozesse effektiver gestalten.

Wie ein ausgewiesener Krypto-Experte zu den Plänen steht und welche positiven Beispiele für gute Regulierungsmaßnahmen es aus der Vergangenheit gibt, erfahren Sie nächste Woche in unserer „NEWSBOXX“ hier auf cxx.world.



Zurück zur CXX.WOLRD - TIMELINE