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Was Startups aus der Vergangenheit lernen können

Die deutsche Startup-Landschaft blüht und gedeiht. Trotzdem muss sich auch weiterhin einiges ändern – vor allem in den Köpfen. Wie ein ausgewiesener Kenner des Startup-Ökosystems die Szene heute sieht, erfahren Sie im Video. Im Artikel haben wir uns Finanzierungen für Startups näher angeschaut. Wie funktionieren sie und woran hapert es? Was können Startups besser machen? Die Antwort gibt’s im Artikel!

Auch die beste Startup-Idee kann scheitern. Dann nämlich, wenn sich niemand findet, der das Projekt finanziert. Die Studie „Startup-Unternehmen in Deutschland“ von der Beratungsgesellschaft pwc hat die Finanzierungen von Startups näher untersucht und einige Trends identifiziert. Immer wichtiger wird bei Finanzierungsrunden das Eigenkapital. Am Ende steht dann eine Mischfinanzierung aus eigenen Mitteln der Gründer und Fremdkapital. Venture-Capital spielt in Deutschland noch eine untergeordnete Rolle. Gelingt es jungen Unternehmen allerdings Venture Capital an Land zu ziehen, nimmt dieses in der Regel fast die Hälfte der gesamten Gründungsfinanzierung ein.

Typische Fallstricke bei der Finanzierung

Auch den Schwierigkeiten bei der Finanzierung ist die pwc-Studie auf den Grund gegangen – immerhin 47 Prozent der Befragten Gründer sehen die Kapitalbeschaffung im Nachgang als „eher schwierig“ oder „sehr schwierig“ an. Die am häufigsten genannten Gründe dafür sind fehlendes Verständnis der Kapitalgeber für die Geschäftsidee (36%), eine zu kurzsichtige Unternehmensplanung (36%), die Qualität des Business-Plans war nicht optimal (31%), keine klare Vorstellung über künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (25%) und zu lange Entscheidungsprozesse (25%). Mehrfachnennungen waren möglich.

Zwar nahm die Zahl der Gründer, bei denen die Überzeugung der Kapitalgeber eher schwierig oder sehr schwierig war, seit 2016 kontinuierlich ab (von 52 über 51 bis auf 47 Prozent), doch kristallisieren sich noch immer typische Fallstricke heraus. So lösen fehlendes Verständnis auf Seiten der Investoren / Kreditgeber, eine zu kurzfristige Unternehmensplanung der Gründer und zu lange Entscheidungsprozesse bei Kapitalgebern auch heute noch so häufig Schwierigkeiten bei einer Finanzierung aus, wie schon 2016. Vor allem kleinere Startups haben nach wie vor Probleme, Kapitalgeber von ihren Ideen zu überzeugen.

Hausbank als Schlüssel zur KfW-Förderung

Wie können Gründer von heute nun aus den Erfahrungen ihrer Vorgänger lernen? Obwohl Serien-Gründer und CEO der Founders Foundation Sebastian Borek das deutsche Startup-Ökosystem wachsen sieht, sollten heutige Gründer klassische Finanzierungsquellen nicht außer Acht lassen. Gerade bei der Gründung spielt die Bank noch immer eine sehr wichtige Rolle. Damit einher geht auch, dass sich Startups auf die Abläufe klassischer Kreditgeber einstellen müssen: Business-Pläne müssen Hand und Fuß haben und neben einer klaren Kalkulation hinsichtlich der künftig möglichen Erträge auch eine langfristige Vision enthalten. Hinzu kommt, dass die Mühlen bei Banken anders mahlen als bei Business Angels oder Gesellschaften für Venture Capital.

Vor allem kleinere Gründungen sollten neben Kontakten zur Startup-Szene auch den Draht zur Hausbank halten – und nach deren Regeln spielen. Ab Juli könnte es sich noch mehr als ohnehin schon lohnen, neben kreativen Ideen und ambitionierten Projekten auch auf fundierte Businesspläne und ein tragfähiges Zukunftskonzept zu bauen. Dann nämlich öffnet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Förderprogramm, das bislang dem Mittelstand gegolten hat, für Startups. Wie das Handelsblatt berichtet, soll der Kapitaltopf Startups zur Verfügung stehen, die in der Vergangenheit bereits erfolgreich eine Finanzierung abgeschlossen haben. Wie bei allen KfW-Förderungen, muss die Hausbank den Antrag für Gründer stellen. Ein Grund mehr, aus den Erfahrungen von Gründern mit Finanzierungen zu lernen – ohne Hausbank geht es auch künftig nur schwer.

Wie die deutsche Startup-Landschaft aktuell aussieht, welche Trends die Entwicklung bestimmen und was sich unbedingt noch ändern muss, verrät uns Serien-Gründer und CEO der Founders Foundation Sebastian Borek im Video.

 



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