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Warum das Mindset von Millenials Wettbewerbsvorteile schaffen kann…

Nachhaltigkeit – für viele Unternehmen ein willkommener Marketing-Aspekt. Aber nicht immer ist Nachhaltigkeit drin, wo nachhaltig drauf steht. Damit es mehr als ein Marketing-Gag ist, müssen Firmen noch nachrüsten. Und das kann sich nicht nur in Sachen Umwelt lohnen – denn gerade für die Finanzbranche besteht hier viel Potenzial. Wie sich dieses abschöpfen lässt, hat die cxx-Redaktion für Sie zusammengefasst…

Für viele ist Nachhaltigkeit sowas wie Sport – man weiß es ist etwas Positives, aber sich so richtig damit zu befassen oder den inneren Schweinehund zu überwinden und Zeit zu investieren, fällt einem nicht so leicht. Doch das Thema kann mehr als ein guter Begriff fürs Bullshit-Bingo sein. Welche Bedeutung Nachhaltigkeit hat, untersucht der Deka-Anlegermonitor. Dazu hat die Bank mehr als 3.000 Menschen online befragt. Ganzen 43 Prozent ist Nachhaltigkeit ganz allgemein gesehen sehr wichtig, weiteren 47 Prozent immerhin noch wichtig. Ganz anders sieht es aber aus, wenn man nach unterschiedlichen Bereichen fragt. Wenn es um Lebensmittel geht, sind ganze 57 Prozent der Meinung, Nachhaltigkeit sei sehr wichtig. Im krassen Kontrast dazu das Thema Geldanlage: Hier finden nur 26 Prozent Nachhaltigkeit sehr wichtig.

Fondsprodukte bei nachhaltigen Anlagen unterrepräsentiert

Woran kann das liegen? Auch darauf gibt die Deka-Studie eine Antwort: Nur sechs Prozent der Befragten kennen und besitzen nachhaltige Anlageprodukte. Weitere 36 Prozent haben zwar davon gehört, besitzen aber keine nachhaltigen Geldanlagen. Die überwiegende Mehrheit von 58 Prozent hat davon noch nie gehört. Um nachhaltige Investments unter Privatkunden beliebter zu machen, müssen Unternehmen aus der Finanzbranche die Angebote in erster Linie bekannter machen.

Vor allem im Bereich der klassischen Altersvorsorge mit Investmentfonds und ETFs  sind nachhaltige Produkte noch immer eher unterrepräsentiert. Von denjenigen Teilnehmern der Studie, die nachhaltige Geldanlagen kennen und besitzen, setzt der überwiegende Anteil von 56 Prozent auf die Finanzierung regenerativer Energiequellen oder besitzt eine Lebensversicherung. Während die Lebensversicherung inzwischen als intransparent gilt und seitens vieler Experten nicht die erste Wahl zur Altersvorsorge ist, bleiben Investments in regenerative Energien oftmals Angebote vom grauen Kapitalmarkt. Nachhaltige Investmentfonds haben nur 23 Prozent der Befragten im Portfolio. Noch unbeliebter sind ETFs mit entsprechendem Schwerpunkt: Nur 17 Prozent der im Rahmen der Studie befragten Besitzer nachhaltiger Produkte setzen auf ETFs. Dies ist umso verwunderlicher, als dass das Produktspektrum an Nachhaltigkeits-ETFs in den vergangenen Jahren stark angestiegen ist und es inzwischen von nahezu allen wichtigen Regional-Indizes auch nachhaltige Varianten gibt, die über ETFs investierbar sind.

Finanzbranche muss nachhaltige Konzepte kommunizieren

Dass Aufklärung rund um nachhaltige Geldanlage wichtig ist, sehen auch die befragten Teilnehmer der Deka-Studie so. 43 Prozent geben an, zum Thema keine und unzureichende Informationen zu haben. Weitere 29 Prozent glauben, die Finanzindustrie würde mit solchen Produkten nur „grüner“ erscheinen wollen und wittert eine Marketing-Lüge. Unternehmen aus der Branche sollten die Ergebnisse der Studie ernst nehmen und vor allem über den Tellerrand gucken: Nur weil der Begriff innerhalb der Branche bereits abgedroschen klingt, heißt das nicht, dass sich dahinter kein Potenzial versteckt. Im Gegenteil: Wer Nachhaltigkeit mit Leben füllt und die Vorteile und Methoden entsprechender Investment-Lösungen klar kommuniziert, kann Marktanteile erobern. Wie die gängigsten Methoden nachhaltiger Geldanlage funktionieren, haben wir bereits im Oktober erklärt.

Warum Millennials dem Thema Nachhaltigkeit neuen Schub geben könnten, ob die Datenschutzverordnung in Wirklichkeit ein Segen ist und welche Bedeutung ein neues Gesetz gegen Steuerschlupflöcher in Luxemburg für die Branche spielt, erfahren Sie kommenden Donnerstag auf CXX.WORLD in unserer CXX-NEWSBOXX.



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