Image

Überregulierung? Nicht jammern, machen!

Robin Söder, Veranstalter des europaweit größten Founder Summits hat eine Vision: Er will ein Netzwerk abseits bestehender Strukturen schaffen, das Unternehmern dabei hilft, Ziele selbstbestimmt und erfolgreich anzugehen. Wie der 26-jährige diese Mammut Aufgabe angeht – dazu mehr im Video. Warum etablierte Strukturen in Deutschland dagegen oft als Bremse wirken und was Unternehmen dagegen tun können, erfahren Sie im Artikel.

Die Zahl ist schier unglaublich: 2018 schätzte eine Studie in Kooperation mit PwC die Kosten für regulatorische Anforderungen allein bei den größten Banken auf satte 37 Milliarden US-Dollar jährlich – eine Zahl, die schwer vorstellbar ist. Dennoch ist es Großkonzernen noch am ehesten möglich, diese Herausforderung zu meistern. Ganz anders sieht das bei spezialisierten Startups aus, beispielsweise im Bereich der Medizintechnik. Wie das Fachmagazin Medizin & Technik schreibt, würden zunehmende regulatorische Anforderungen die Innovation der Branche ausbremsen. Noch 2016 und 2017 hätten Startups im Bereich der Medizin kontinuierlich Mitarbeiter gesucht. Im vergangenen Jahr hätte diese Entwicklung dagegen einen Dämpfer bekommen. Anders dagegen die Trends in Großbritannien und sogar Frankreich: Hier boomen Medizin-Startups auch weiterhin. Bremst also der Standort Deutschland die Innovation aus?

Deutschland im internationalen Vergleich nur Mittelfeld

Schon Ende 2016 zeigte eine Studie des Roman Herzog Instituts, dass Deutschland stärker reguliert ist, als andere Länder. Dies treffe vor allem Unternehmen, die anderswo mehr Freiheiten hätten. Wie die Studie betont, ohne dass in diesen Ländern der Sozialstaat darunter leide. Insgesamt kommt die Untersuchung zum Ergebnis, dass Deutschland von 28 Ländern den dreizehnten Platz einnimmt. Vor allem Großbritannien und die USA, aber auch Skandinavien, die Niederlande und die Schweiz schneiden besser ab. Maßgebliche Schwachstellen in Deutschland: Der starre Arbeitsmarkt, kaum Wettbewerb im Bildungssystem und erschwerte Bedingungen für Unternehmensgründer. Auch während der vergangenen Jahre der Großen Koalition dürfte sich wenig an den Rahmenbedingungen für Unternehmen in Deutschland geändert haben. Nicht umsonst beschweren sich Wirtschaftsverbände wie der DIHK und mahnen weniger Regulierung an.

Um die Bedingungen für Unternehmen und vor allem auch für Startups zu verbessern, kommt es neben einer starken politischen Stimme für Innovationen auch auf Kooperation an: Nur wenn junge Unternehmen sich gegenseitig unterstützen und austauschen, kann es gelingen, auch unter schwierigen Rahmenbedingungen erfolgreich zu sein. Auch innerhalb von Unternehmen ist es wichtig, eine Innovationskultur zu etablieren. Wenn die Rahmenbedingungen für Fortschritt ohnehin nicht optimal sind, müssen Gründer und Führungskräfte bewusst neue Wege gehen. Nur wer etwas Neues wagt und dabei alle Mitarbeiter ins Boot holt, kann auch unter erschwerten Bedingungen den maximalen Erfolg haben.

Zeit für neue Wege? Doch es regt sich Widerstand unter den meist recht jungen Unternehmern: sie bauen immer mehr Accelerator Programme und Anlaufstellen abseits der herkömmlichen Möglichkeiten. „Wenn Deutschland in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben will, braucht es starke Gründer. Wir müssen uns aktiv darum bemühen, Gründer und Unternehmer auszubilden“, so Robin Söder, Veranstalter des größten Founder Summits Europas. Wie seine Vision davon aussieht, verrät er in der neuesten Ausgabe von EXXPERIENCE.



Zurück zur CXX.WOLRD - TIMELINE