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Technologie macht Verbriefungen einfacher und sicherer

Die EU bekennt sich zum Verbriefungsmarkt und schafft für Marktteilnehmer gute Bedingungen. Investoren müssen diese Möglichkeiten nur nutzen. Welche Rolle Technologie dabei spielen kann.

Wie Verbriefungen funktionieren, ist eigentlich ganz einfach. Doch zugegeben: In der Praxis ist es ein wenig komplizierter, als im Beispiel mit der Milch. Dies hat dazu geführt, dass Verbriefungen während der Finanzkrise schnell als Ursache allen Übels herhalten mussten. Dass dieser Schluss vorschnell war, zeigt der Verbriefungsmarkt in Europa. Schon während der Krise stabiler als in den USA, haben sich Verbriefungen in den vergangenen Jahren zu einer wichtige Säule der Realwirtschaft entwickelt. Im EU-Parlament geht man davon aus, dass Verbriefungen der europäischen Wirtschaft bis zu 150 Milliarden Euro zur Verfügung stellen.  Auch Investoren profitieren: Das Chance-Risikoverhältnis von Verbriefungen gilt als attraktiver als beispielsweise am Markt für Unternehmensanleihen. Auch aus diesen Gründen hat die EU den Verbriefungsmarkt seit der Finanzkrise stärker reguliert und dafür gesorgt, dass Effizienz und Sicherheit groß geschrieben werden.

EU erhöht mit zentraler Datenbank die Transparenz

Seit Anfang 2018 ist die europäische Verbriefungsordnung in Kraft. Diese ist ein Regelwerk für verschiedene Marktteilnehmer, wie institutionelle Investoren, Originatoren, Sponsoren, Kreditgeber und Verbriefungszweckgesellschaften und soll den Verbriefungsmarkt noch transparenter machen.  Unter anderem sieht sie  die Einführung einer Kategorie für hochwertige Verbriefungen vor, für die noch strengere Anforderungen gelten sollen als bislang schon.  Ab 2019 ist die Verordnung in allen EU-Mitgliedstaaten verbindlich.

Das neue Regelwerk ist das Ergebnis jahrelanger Verhandlungen. Doch bereits zuvor stellte die EU die Weichen für einen effektiven und transparenten Verbriefungsmarkt in Europa. Seit 2013 erfasst das European Data Warehouse als Tochtergesellschaft der Europäischen Zentralbank Kreditinformationen für Verbriefungen. Dabei reichen die Daten bis hin zur Ebene der einzelnen Kreditnehmer. „Wenn solche Detail-Informationen in einer offiziellen Datenbank vorhanden sind, erhöht das die Transparenz von Verbriefungen ungemein. Wertet man diese Daten mit smarter Technologie aus, wird das Ergebnis sogar noch besser“, erklärt Tidjan Schäfer, Experte für strukturierte Produkte beim auf Verbriefungen spezialisierten Lösungsanbieter Oaklet GmbH aus Frankfurt.

„Smart Contracts könnten Verbriefungsmarkt noch effizienter machen“

Zwar sorge die fortschreitende Regulierung des Marktes für europäische Verbriefungen bei einigen Marktteilnehmern für rauchende Köpfe, doch würden unterm Strich alle profitieren. „Wer auf dem Verbriefungsmarkt mit dem richtigen Kompass agiert, findet schon heute Lösungen mit einem attraktiven Rendite-Risiko-Verhältnis, die zugleich transparent und ausreichend liquide sind“, so Schäfer. Für die Zukunft rechnet der Verbriefungs-Experte damit, dass technologische Innovationen die Anlageklasse noch attraktiver machen. „In der Praxis ist eine Verbriefung die Summe aus einer Vielzahl von Arbeitsschritten. Bereits heute lassen sich diese effektiv verzahnen. Das heißt aber nicht, dass es nicht noch besser geht. Technologie wie Blockchain und Smart Contracts könnten den gesamten Verbriefungs-Prozess noch effektiver machen“, findet Schäfer. Zwar sei das heute noch Zukunftsmusik und von der EU so nicht vorgesehen, doch zeige die Entwicklung der vergangenen Jahre, wohin die Reise gehe. „Die EU hat erkannt, wie wichtig Verbriefungen für die Kreditversorgung der Realwirtschaft sind. Wer Daten effektiv nutzt, macht Verbriefungen noch einfacher und sicherer“, erklärt Schäfer.



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