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So profitieren Startups von weiblichen Erfolgsfaktoren

Verena Pausder hat sich als Gründerin von Fox & Sheep und der HABA Digitalwerkstatt dem digitalen Lernen verschrieben. 2016 wurde sie vom Weltwirtschaftsforum in Davos zum Young Global Leader ernannt und 2018 von Forbes in die Liste der fünfzig wichtigsten Frauen der europäischen Tech-Szene aufgenommen. Wie Pausder die deutsche Startup-Szene sieht und was ihr wichtig ist, erfahren Sie im Video. Wie sich Frauen in der Gründerszene schlagen, zeigen wir im Artikel.

Frauen nehmen eine immer wichtigere Rolle in der deutschen Startup-Landschaft ein. Dies zeigt der Female Founders Monitor 2018. Inzwischen sind 14,6 Prozent der Gründer Frauen. Noch 2013 lag dieser Wert bei nur 12,8 Prozent. In Gründer-Teams sind zu 28 Prozent Frauen vertreten. Obwohl die Zahl der rein weiblich geprägten Startups noch immer gering ist, hat die Untersuchung einige Besonderheiten aufgetan, die rein weibliche Gründungen von Gründungen durch Männer unterscheiden. Wie die Studie andeutet, bauen Frauen stärker auf Sicherheit. So nutzen sie eher Bankkredite und eigene Ersparnisse zum Gründen als Männer. Diese setzen dagegen stärker auf externes Wagniskapital und bekommen dieses auch eher. Auch priorisieren reine Frauenteams die Profitabilität. Bei Männern zählen eher Produktentwicklungen und die schnelle Expansion.

Geschlecht erklärt Unterschiede nur unzureichend

Dass sich vermeintliche Unterschiede zwischen rein weiblichen oder rein männlichen Gründungen nicht direkt mit dem Geschlecht erklären lassen, zeigt der Blick auf die Branchen, in denen deutsche Startups tätig sind. Zwischen den Geschlechtern gibt es große Unterschiede. So gründen Frauen stärker in den Bereichen Bildung und eCommerce und Männer eher in der IT- oder der Softwarebranche. Während es beispielsweise im eCommerce stärker darauf ankommt, schon zu einem frühen Zeitpunkt profitabel zu sein, spielt die Produktentwicklung in technischen Bereichen eine viel größere Rolle. Auch erfordern technische Innovationen in der Regel mehr Kapital. Dies könnte erklären, warum Männer stärker auf externe Kapitalquellen setzen, als Frauen.

Obwohl der Anteil der rein weiblichen Gründer-Teams noch immer gering ist, soll der Female Founders Monitor 2018 potenziellen Gründerinnen eine Motivation sein. „Es geht darum, die Chancen zu ergreifen, die sich aus dem digitalen Wandel und gesellschaftlichen Veränderungen, wie zum Beispiel der Sharing Economy, ergeben. Nie waren die Voraussetzungen fürs Gründen besser – obwohl sie immer noch besser sein könnten“, erklären beispielsweise die Gründerinnen und Vorsitzenden des Startup-Unternehmerinnen-Netzwerks Janina Mütze und Stephanie Renda. Das weitaus bessere Indiz dafür, dass Frauen in der Startup-Branche angekommen sind, ist womöglich sowieso der Anteil gemischter Gründer-Teams von 20 Prozent.

Die Diversität entscheidet

Für den Female Founders Monitor wurden insgesamt 1.823 Startups unter die Lupe genommen. 145 davon wurden ausschließlich von einer oder mehreren Frauen gegründet. 1.311 wurden ausschließlich von einem oder mehreren Männern gegründet. 367 Startups entstammen gemischten Teams. Wie eine Untersuchung von McKinsey zeigt, könnte genau diese Gruppe langfristig den größten Erfolg haben. Demnach besteht ein Zusammenhang zwischen Diversität und Geschäftserfolg. Je größer der Anteil von Frauen auf den obersten Management-Ebenen, desto größer die Chance auf überdurchschnittlichen Erfolg und Profitabilität. Und das wünschen sich alle Gründer – egal welchen Geschlechts.



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