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Inspired: Wie Altersvorsorge in Zukunft mit einem Klick von der Couch geht…

Mütterrente, Rente mit 63 und jetzt auch noch die Pläne zur Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung: Warum selber anpacken besser ist und in Zukunft Rente einfacher und effektiver geht – mehr dazu im Interview mit dem Startup Vantik. Spannende Hintergründe zum Thema hat unsere CXX-Redaktion hier zusammengefasst.

Die Rente ist sicher? Weit gefehlt! Wie eine Untersuchung der Bergischen Universität Wuppertal zeigt, liegt das aber nicht unbedingt an zu geringen Einnahmen der Rentenkasse, sondern an den Rentnern selbst. Viele wollen vorzeitig in Rente gehen: Jeder Vierte Arbeitnehmer zwischen 53 und 59 Jahren will die Rente mit 63 nutzen und vorzeitig den Ruhestand genießen. Dabei wird die volle Rente ausgezahlt, obwohl Rentner zwei bis vier Jahre früher in Ruhestand gehen, als ursprünglich kalkuliert. Voraussetzung dafür sind mindestens 45 Beitragsjahre.

Bundeshaushalt: Langfristige Lücke trotz Rekord-Einnahmen

Bislang kommt die Rente mit 63 bereits sehr gut an – und reißt Löcher in die Rentenkasse. Seit die Regelung 2014 eingeführt wurde, haben schon 1,2 Millionen Menschen einen Antrag auf Rente mit 63 gestellt. Bereits in den ersten beiden Jahren der Rente mit 63 entstanden laut dem Münchner ifo-Institut Mehrausgaben in Höhe von 6,5 Milliarden Euro. Da Rentner, die vorzeitig in Ruhestand gehen, selbst keine Beiträge mehr bezahlen, fallen auch diese weg:  Berücksichtigt man entgangene Rentenbeiträge, betragen die Gesamtkosten der Rente mit 63 zwischen 2014 und 2016 12,5 Milliarden Euro.

Doch wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld? Bislang anscheinend noch der Finanzminister, denn der subventioniert das Rentensystem mit rund 90 Milliarden Euro jährlich. 2018 war das fünfte Jahr in Folge, in dem der Bundeshaushalt einen Überschuss erwirtschaftet hat – immerhin 58 Milliarden Euro waren es im vergangenen Jahr. Umso verwunderlicher ist es angesichts dieser Geldschwemme, dass im Bundeshaushalt trotzdem bis 2023 eine Lücke von bis zu 24,7 Milliarden Euro klaffen soll. Die Gründe dafür sind vielfältig: Kohle-Ausstieg, Baukindergeld, Rente mit 63…

Vor allem letztere Maßnahme könnte für Haushalt und Rentenkasse noch zu einem Problem werden. Erhält die vorzeitige Rente ohne Abschlag auch weiterhin so viel Zuspruch und entscheidet sich wirklich ein Viertel der Arbeitnehmer zwischen 53 und 59 für die Rente, könnten zwölf Millionen neue Rentner die Kassen belasten und zugleich als Beitragszahler wegfallen. Das ifo-Institut warnt angesichts dieser Zahlen bereits vor steigenden Kosten im Rentensystem. Das könnte langfristig höhere Beiträge bedeuten.

Renten-Debatte ohne Weitblick

Und wie reagieren Millennials, also die zwischen 1980 und 2000 Geborenen, auf diese Entwicklung? Denn genau die werden voraussichtlich mehr zahlen, um die fehlenden Beiträge auszugleichen, am Ende aber selbst weniger bekommen. Viele sind sich bewusst, dass die staatliche Rente schon bald nicht mehr eine umfassende Absicherung fürs Alter bieten wird. Wie  eine Untersuchung der Fondsgesellschaft Schroders bereits 2017 gezeigt hat, nimmt die staatliche Rente in der Altersvorsorge junger Menschen keine so große Rolle mehr ein. Die jungen Teilnehmer der Studie glauben, dass die staatliche Rente nur 14 Prozent des Einkommens im Alter abdecken kann. Bei älteren Generationen lag dieser Wert immerhin noch bei 21 Prozent. Schroders hat für die Untersuchung 22 Anleger aus 30 Ländern befragt.

Doch trotz dieser Einsichten spielt das Thema Altersvorsorge für viele junge Menschen noch immer keine große Rolle. Obwohl die Bevölkerungspyramide schon längst keine mehr ist, spielt das Thema Rente für jüngere Generationen eine untergeordnete Rolle in der öffentlichen Debatte. Viel präsenter sind aktuell Diskussionen über Verbesserungen für die Alten von heute. Langfristig kann das nicht gut gehen.

Wie ein findiges Startup Rente komplett neu denkt und vor allem junge Menschen von seinem Angebot überzeugen will? Dazu mehr in unserem Video: Inspired mit Til Klein von Vantik.



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