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Digitale Assistenten: Wer war die Großmutter von Siri?

Ob „Siri“, Google Assistant oder „Alexa“ – digitale Assistenten sind längst in unserem Alltag angekommen. Auch Geschäftsprozesse können die intelligenten Helfer optimieren. Wie Sie das in Ihrem Unternehmen einsetzen können? Wir haben eine einfache Anleitung dazu im Video mit vielen praktischen Tipps. Doch wer denkt, dass digitale Assistenten eine neue Erfindung sind, der wird überrascht sein.

Schon 1966 startete mit „Eliza“ die frühe Form eines Chatbots. Der deutsch-amerikanische Programmierer Joseph Weizenbaum schrieb die Software, die erstmals eine sprachliche Kommunikation zwischen Mensch und Maschine festlegte. „Eliza“ konnte verschiedene Gesprächspartner simulieren und nahm in Versuchen unter anderem die Rolle eines Psychotherapeuten ein.

Psychologie und Humor: Die ersten Gehversuche

Um Gespräche zu führen, griff „Eliza“ auf ein Wörterbuch zurück, das strukturiert ist. Darin enthalten: Synonyme und auch Oberbegriffe. Auf diese Weise konnte die Software passende Gegenfragen stellen. Auch beliebte Phrasen zu bestimmten Themengebieten waren enthalten. Doch ganz so raffiniert war „Eliza“ dann aber doch nicht – Menschen merkten schnell, dass sie eine Maschine war. Den Turing-Test zur Bestimmung künstlicher Intelligenz hat „Eliza“ nicht bestanden. Dieser Test gilt als Gradmesser für Künstliche Intelligenz und gilt als bestanden, wenn Probanden KI von menschlicher Intelligenz nicht unterscheiden können.

Im Laufe der Jahre starteten weitere wissenschaftliche Projekte, die „Eliza“ ähnelten. „Parry“ wurde 1971 geboren und imitierte Patienten mit Schizophrenie. Nur die Hälfte aller Therapeuten, die Versuche mit „Parry“ durchführten, konnten die Software von Patienten unterscheiden. Entwickler Kenneth Colby forschte bis zu seinem Lebensende 2001 daran, wie Computer psychische Erkrankungen besser erklären können.

1988 führte der Chatbot „Jabberwacky“ erstmals die Mustererkennung zur Berechnung passender Antworten ein. Anders als seine Vorgänger, erfüllte „Jabberwacky“ keinen medizinischen Zweck – die Software sollte ein humorvolles Gespräch führen. Dazu greift sie auf die bisherigen Eingaben aller Nutzer zurück. Noch heute lässt sich „Jabberwacky“ ausprobieren. Ebenfalls online testen können Nutzer eine Nachfolgerin des lustigen Jabberwacky: Mit Chatbot „A.L.I.C.E.“ führten die Entwickler 1995 erstmals eine Programmiersprache ein, mit deren Hilfe die digitalen Assistenten leichter entwickelt werden konnten.

Als sehr fortschrittlicher Chatbot gilt das 2001 veröffentlichte „SmarterChild“. Im AOL Instant Messenger und MSN Messenger in Textform verfügbar, ließ sich darüber das Wetter ebenso abfragen, wie auch lustige Konversationen führen. „SmarterChild“ gilt als einer der Vorläufer von „Siri“ und wurde erstmals von vielen Anwendern mit alltäglichen Aufgaben betraut.

Erste Prototypen bestehen Turing Test

So richtig aufgewacht sind digitale Assistenten allerdings erst im Zuge der digitalen Revolution. Im Jahr 2007 begann „Siri“ als Startup und wurde 2010 von Apple aufgekauft. 2011 wurde „Siri“ erstmals über IOS auf Smartphones ausgerollt. Nach dem Erfolg von „Siri“ zogen andere Unternehmen aus dem Silicon Valley nach. Google startete seinen Assistant, Amazon „Alexa“, und Microsoft „Cortana“. Heute sind digitale Assistenten allgegenwärtig. Auf Webseiten begrüßen uns Chatbots und auch unterwegs oder zu Hause unterstützen uns digitale Assistenten im Alltag. Neueste Prototypen, beispielsweise von Google Assistant, agieren immer menschenähnlicher. In bestimmten Bereichen, wie beispielsweise beim Vereinbaren eines Termins per Telefon, besteht die Künstliche Intelligenz den Turing Test bereits. In den mehr als fünfzig Jahren seit Eliza haben digitale Assistenten einiges hinzugelernt. Vor allem bei Sprechen selbst…

Wie man digitale Assistenten nützlich im Unternehmen einsetzt? Andreas Mucke, Geschäftsführer Inspire Technologies GmbH, erklärt’s im Video…



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