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Cloud-Computing: Warum deutsche Unternehmen dem Hype ein Ende setzen

Noch nie gab es so wenige Cloud-Skeptiker wie heute. Doch Unternehmen sehen noch immer Verbesserungspotenzial. Dienstleister, die individuelle Lösungen schaffen, werden punkten.

Bevor einige jetzt nach der Überschrift Sturm laufen: Der Cloud-Hype wird enden – das ist sicher. Aber nicht, weil Cloud Computing nicht mehr genutzt wird, sondern weil Arbeiten in der Datenwolke so selbstverständlich wird, wie das Öffnen des E-Mail-Postfachs. Daraus entsteht sogar Potenzial für neue Geschäftsfelder, wie Experte Frank Türling im CXX-Video erklärt! Doch wie weit ist diese Entwicklung in deutschen Unternehmen schon heute fortgeschritten? Wie die Studie Cloud-Monitor 2018 des Beratungsunternehmens KPMG zeigt, setzen immerhin 66 Prozent der deutschen Unternehmen auf Cloud-Computing. Doch der Blick auf die Details zeigt auch: Es gibt in verschiedensten Bereichen Probleme, was es manchmal schwer macht, Mitarbeiter von der Cloud  zu überzeugen.

Cloud-Nutzer sehen bei Datensicherheit Fortschritte

Wegen des bereits vergleichsweise hohen Anteils von Cloud-Diensten in deutschen Unternehmen nimmt das Wachstum ab. Waren die Jahre 2015 und 2016 noch sehr dynamisch, kletterte der Anteil derjenigen Unternehmen, die mindestens eine Cloud einsetzen, 2018 nur unwesentlich. Immerhin 27 Prozent der Befragten planen den Einstieg ins Cloud-Computing oder diskutieren bereits darüber. Der Anteil der Skeptiker fällt 2018 mit 13 Prozent so gering aus, wie in keiner Untersuchung zuvor.

Besonders bemerkenswert ist, dass bestehende Cloud-Nutzer nicht aufhören, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen: Stattdessen  erweitern diese den Einsatzbereich, setzen auf neue Technologien oder nutzen mehrere Lösungen parallel. „Die Unternehmen sind sich offenbar bewusst, dass die Entscheidung für ein Cloud-Modell keine Grundsatzentscheidung ist“, heißt es dazu in der Studie. Vielmehr würden Faktoren wie Sicherheit, Implementations- und Administrationsaufwand sowie Datensensitivität dafür sorgen, dass sich Cloud-Nutzer auch umorientieren. Die Entscheidung für eine Cloud bedeutet also nicht, dass Nutzer nicht auch Potenzial für bessere Lösungen sehen.

Während Cloud-Diensten von Skeptikern auch heute noch Probleme bei der Datensicherheit unterstellt werden, machen befragte Nutzer eine gänzlich andere Erfahrung: Die Hälfte der Befragten sehen in diesem Bereich klare Fortschritte. Rückschritte sehen dagegen nur 17 Prozent. Ganz anders ist das bei den Implementierungszeiten und dem IT-Administrationsaufwand an sich. Hier und bei den Kosten sehen die befragten Nutzer mehrheitlich Optimierungsbedarf.

Cloud-Anbieter müssen auf Compliance-Anforderungen eingehen

Die Zahlen des Cloud Monitors 2018 zeigen, dass sich Cloud-Computing weiter durchsetzt. Insbesondere bei der Datensicherheit konnten Anbieter in den vergangenen Jahren punkten. Allerdings bleiben im Bereich der Implementierung, des Administrationsaufwandes und schließlich auch der Kosten Fragen offen. Werden diese Fragen nicht beantwortet, sind Unternehmen auch bereit, den Cloud-Dienstleister zu wechseln. Diese Mobilität spricht dafür, dass sich langfristig diejenigen Anbieter durchsetzen, welche den Anforderungen der Unternehmen am besten gerecht werden. Neben dem bereits genannten Verbesserungspotenzial in den Bereichen Implementierung und Administration treiben Cloud-Nutzer auch Ausfallzeiten und die Umsetzung von Compliance-Anforderungen um. Cloud-Anbieter, die hier ansetzen und für Unternehmen individuelle Lösungen schaffen, werden angesichts der hohen Mobilität der Kunden Marktanteile gewinnen.



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