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Blockchain: Vom Hype zur Praxis

In fast jeder Keynote und in vielen Presseberichten bestimmen in diesen Wochen Zukunftstechnologien das Thema. Vor allem Blockchain soll der große „Game Changer“ sein. Makler? Überflüssig! Banken? Werden so wie heute künftig nicht mehr existieren! Doch was bleibt, wenn der Hype sich legt und Blockchain zur Praxis wird? Wir geben Antworten!

Dass Blockchain das nächste große Ding sein kann, hat sich inzwischen bis zur Ermüdung herumgesprochen. Doch obwohl keine Bank nicht rund um die Technologie experimentiert oder entsprechende Beteiligungen aufbaut, blieb es bis zuletzt ruhig um konkrete Anwendungsfälle. Experten, wie die der Beratungsgesellschaft Accenture, rechneten bereits 2017 damit, dass die Entwicklung der Technologie schrittweise von statten gehen wird. Zunächst wird es darum gehen, Prozesse zu optimieren, die Komplexität zu verringern und am Ende Kosten zu sparen. Erst in einem zweiten Schritt werden ganz neue Geschäftsmodelle entstehen, so Accenture damals.

Blockchain breitet sich schleichend aus – vor allem in der Finanzbranche

Die Realität der vergangenen Jahre zeigt, dass vieles dran ist an den Vorhersagen der Berater. Beispielsweise kündigte die Crowdinvestment-Plattform iFunded kürzlich an, ab sofort Ether und Bitcoin für Investments akzeptieren zu wollen. Als nächsten Schritt seien auch Produkte auf Basis der Technologie geplant. Auch Zahlungs-Gigant PayPal hat sich zuletzt positioniert und sich an Cambridge Blockchain, einem Unternehmen, das die Technologie für digitale Identifizierungen einsetzt, beteiligt. Selbst in deutschen Unternehmen ist Blockchain angekommen. Zahlen des Digitalverbandes Bitkom zeigen, dass 33 Prozent der Startups die Technologie einsetzen. Beim klassischen Mittelstand mit 50 bis 500 Mitarbeitern liegt dieser Wert dagegen nur bei rund sechs Prozent. Aber immerhin!

Auch die Beratungsgesellschaft McKinsey glaubt an das große Potenzial von Blockchain, konstatiert aber zugleich, dass bislang noch die Killer-Anwendungen fehlen. Das eine Produkt, das der Technologie weltweit zum Durchbruch verhilft, steht also noch aus. Dennoch wird an vielen Stellen die Grundlage für eine solche Killer-Anwendung gelegt. Vor allem in der Finanzbranche. Wie eine Untersuchung der Berater von e*finance consulting Reply zeigt, zeichnete die Branche 2018 für 47 Prozent der weltweiten Investitionen in die Technologie verantwortlich.

Viele dieser Investitionen wanderten in Projekte, welche Prozesse innerhalb der Banken optimieren und für die Außenwelt nicht unmittelbar sichtbar sind. Auch gehören strategische Beteiligungen dazu, wie die von Paypal. Solche Beteiligungen machen oft erst nach Jahren Sinn und sind Teil oder Voraussetzung für neue Produkte. Auf diese Weise breitet sich die Blockchain-Technologie nach und nach aus und erfährt in vielerlei Bereichen einen Praxistest. Einige dieser Anwendungsfälle werden keine sinnvollen Einsatzbereiche für die Technologie zeigen. Wieder andere, werden die Effizienz steigern und für sichere digitale Produkte sorgen.

Nicht dabei sein ist das größte Risiko

Wie bereits die Berater von Accenture 2017 vorausgesagt haben, entwickeln sich Blockchain und auch Kryptowährungen schleichend weiter. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, diese schrittweise Evolution zu begleiten. Dabei macht es Sinn, zunächst konkrete Anwendungsfälle zu definieren und Blockchain im Kleinen zu testen. Auch die Erfolge anderer Unternehmen können für Inspirationen sorgen. Gänzlich die Finger von der Technologie zu lassen, kann angesichts der möglichen Bedeutung von Blockchain und Co. keine Lösung sein. Um Risiken zu begrenzen, sollten Unternehmen kleine Projekte anschieben.

Welche Chancen und Herausforderungen Unternehmer rund um Blockchain aktuell sehen, erfahren Sie auch im Video. Wir haben uns für Sie auf der CRYPTO Assets Konferenz umgehört.



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